Kosmetikstudio mieten: Untermiete, Platz teilen oder übernehmen
Kurzantwort: Ein Kosmetikstudio (oder einen einzelnen Behandlungsraum) mietest du auf drei Wegen: als Untermieterin in einem Salon (Behandlungsraum oder Platz, oft ab wenigen hundert Euro im Monat), als Platz in einem bestehenden Kosmetik- oder Beauty-Studio — oder du übernimmst gleich ein ganzes Studio, wenn eine Inhaberin aufhört. Der große Vorteil gegenüber dem Friseurhandwerk: Kosmetik, Nageldesign und Make-up sind zulassungsfrei — du brauchst keinen Meisterbrief, nur ein Gewerbe. Hier ist der Weg zum eigenen Raum, mit ehrlichen Zahlen und den Fallstricken, die in keinem Inserat stehen.
Die drei Wege zum eigenen Behandlungsraum
1. Untermiete im Salon. Viele Friseursalons haben einen ungenutzten Nebenraum oder eine freie Ecke — und Saloninhaber:innen suchen aktiv nach Kosmetikerinnen, Nageldesignerinnen oder Wimpernstylistinnen als Untermieterinnen. Für dich ist das der schnellste Start: Die Laufkundschaft ist schon da, Empfang und Wartebereich existieren, und Frisur + Kosmetik ergänzen sich beim selben Publikum, statt sich Konkurrenz zu machen. Genau dieses Modell funktioniert wie die klassische Stuhlmiete beim Friseur — nur mit Behandlungsraum statt Bedienplatz.
2. Platz im Kosmetik-Studio. Bestehende Studios vermieten Behandlungsplätze oder Räume an selbstständige Kolleginnen — als feste Monatsmiete oder tageweise; im Nageldesign läuft dasselbe Modell als „Tischmiete". Der Vorteil: Die Ausstattung passt bereits (Liege, Licht, Hygieneeinrichtung), und die Kundschaft kommt wegen Beauty, nicht wegen Haarschnitt.
3. Studio übernehmen. Wenn eine Inhaberin in den Ruhestand geht, steht oft ein komplett eingerichtetes Studio samt Kundenkartei zur Übergabe — Inserate wie „Nachfolgerin für Kosmetikstudio gesucht" sind keine Seltenheit. Das ist der größte Schritt, aber du kaufst dir Ausstattung, Lage und Stammkundschaft in einem. Die Grundlagen zu Gewerbemietvertrag, Ablöse und Übernahme haben wir im Leitfaden Friseursalon mieten ausführlich erklärt — sie gelten für ein Kosmetikstudio genauso.
Der Trumpf der Branche: zulassungsfrei
Anders als das Friseurhandwerk stehen Kosmetik, Nageldesign, Wimpernverlängerung und Make-up nicht unter Meisterpflicht. Du brauchst keine Ausübungsberechtigung und keine Handwerksrolle — Gewerbeanmeldung genügt, danach kommt der Fragebogen vom Finanzamt (die Reihenfolge steht im Steuer-Guide).
Zwei ehrliche Einschränkungen gehören dazu: Erstens heißt zulassungsfrei nicht regelfrei — wer Fußpflege, Permanent Make-up oder andere hautverletzende Behandlungen anbietet, fällt unter strengere Hygienevorschriften; je nach Bundesland ist eine Anzeige beim Gesundheitsamt Pflicht. Erkundige dich vor dem Start, nicht danach. Zweitens verkauft sich Kompetenz nicht von selbst: Ohne anerkannte Ausbildung oder Zertifikate bekommst du schwerer Versicherungsschutz und schwerer Vertrauen — „ohne Ausbildung eröffnen" ist rechtlich möglich, geschäftlich aber selten eine gute Idee.
Was kostet es, ein Kosmetikstudio zu mieten?
Die Inserate zeigen eine breite Spanne — entscheidend sind Stadt, Lage und was inklusive ist:
| Modell | Üblicher Rahmen | Was du prüfen musst |
|---|---|---|
| Platz im Studio (Liege/Tisch) | ab ca. 150–350 € / Monat, tageweise ab ca. 20–40 € | Mitbenutzung von Empfang, Wartebereich, Geräten |
| Eigener Behandlungsraum zur Untermiete | ca. 300–700 € / Monat je nach Stadt | Nebenkosten, Schlüssel/Zugangszeiten, Schild & Außenauftritt |
| Studio-Übernahme | Miete des Objekts + Ablöse für Einrichtung/Kundenstamm | Zustand der Geräte, Restlaufzeit des Mietvertrags, was die Ablöse wirklich abdeckt |
Wichtig fürs Rechnen: Die Raummiete ist eine voll absetzbare Betriebsausgabe, und sie kommt in der Regel mit 19 % Umsatzsteuer. Rechne rückwärts von deiner realistischen Auslastung — nicht von der vollen Woche. Das Rechenmuster aus dem Stuhlmiete-Preisguide funktioniert eins zu eins auch für den Behandlungsraum — und unser Stuhlmiete-Rechner rechnet dir die Auslastung durch.
Bauliche Anforderungen: darauf schauen Amt und Kundin
Bevor du unterschreibst, prüf den Raum gegen diese Liste — nachrüsten ist teurer als weitersuchen:
- Wasser: ein Handwaschbecken im oder direkt am Behandlungsraum ist für die meisten Behandlungen Pflicht, für Fußpflege und PMU ohnehin.
- Boden und Flächen: wischdesinfizierbar — Teppich ist ein Ausschlusskriterium.
- Licht und Lüftung: Tageslicht ist Gold für Gesichtsbehandlungen, eine Lüftungsmöglichkeit für alles mit Stäuben und Dämpfen (Nails!).
- Hygieneplan: spätestens mit hautverletzenden Behandlungen brauchst du dokumentierte Abläufe für Reinigung, Desinfektion und Sterilisation.
- Diskretion: ein abschließbarer, blickgeschützter Raum — eine Kosmetikbehandlung im Durchgangszimmer bucht niemand zweimal.
Untermiete braucht zwei Erlaubnisse
Der häufigste Rechtsfehler bei der Raum-Untermiete: Der Salon vermietet dir einen Raum — darf das aber selbst gar nicht. Gewerbliche Untervermietung braucht die Zustimmung des Hauptvermieters, sonst riskiert dein Vermieter die Kündigung und du deinen Arbeitsplatz. Lass dir die Erlaubnis zeigen oder schriftlich bestätigen.
Und wie bei jeder Platz-Miete gilt: schriftlicher Vertrag, immer. Miete, Zeiten, Mitbenutzung, Kündigungsfristen, Schlüsselregelung — unser kostenloser Mustervertrag ist für Stuhlmiete formuliert, die Klauseln passen mit wenigen Anpassungen auch für den Behandlungsraum. Achte dabei auf deine Eigenständigkeit: eigene Preise, eigene Termine, eigene Kundschaft — sonst droht die Scheinselbstständigkeits-Falle, die es bei Kosmetik genauso gibt wie beim Friseur.
Häufige Fragen zum Kosmetikstudio mieten
Was kostet es, sich in ein Kosmetikstudio einzumieten? Ein Behandlungsplatz beginnt in den Inseraten bei etwa 150–350 € monatlich, ein eigener Raum liegt je nach Stadt meist zwischen 300 und 700 € — tageweise Modelle starten um die 20–40 €. Entscheidender als die nackte Miete ist, was inklusive ist: Nebenkosten, Empfang, Geräte, Werbung.
Kann ich ein Kosmetikstudio ohne Ausbildung eröffnen? Rechtlich ja — Kosmetik ist zulassungsfrei, ein Gewerbe genügt. Praktisch brauchst du nachweisbare Qualifikation für Versicherung, Hygieneauflagen und das Vertrauen deiner Kundinnen. Für Fußpflege und Permanent Make-up gelten zusätzliche Hygienevorschriften.
Ist Untermiete im Friseursalon erlaubt? Ja, wenn der Hauptvermieter der gewerblichen Untervermietung zustimmt. Ohne diese Zustimmung ist die schönste Vereinbarung mit dem Salon nichts wert — lass sie dir schriftlich zeigen.
Was muss ich bei der Übernahme eines Kosmetikstudios beachten? Drei Dinge vor der Unterschrift: den Zustand und Restwert der Geräte (dafür zahlst du die Ablöse), die Restlaufzeit und Konditionen des Gewerbemietvertrags — und ob die Stammkundschaft wirklich übertragbar ist oder an der bisherigen Inhaberin hängt. Die ausführliche Checkliste steht im Leitfaden Friseursalon mieten; sie gilt für Kosmetikstudios genauso.
Wie finde ich eine Nachfolgerin für mein Kosmetikstudio? Heute meist über Kleinanzeigen, Innungs-Netzwerke und Mundpropaganda — mit viel Zufall und Streuverlust. Genau diese Suche soll künftig einfacher werden: Auf Buzz Hive können Studios freie Räume und Plätze sichtbar machen, bevor sie leerstehen.
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