Friseursalon mieten: Kosten, Vertrag und worauf du achten musst
Kurzantwort: Einen Friseursalon mietest du über Gewerbe-Immobilienportale, Kleinanzeigen, Nachfolgebörsen und die Handwerkskammer — oft mit kompletter Einrichtung gegen Ablöse. Rechne je nach Stadt und Lage mit etwa 800 bis 3.000 € Kaltmiete im Monat für typische 60–120 m², plus Nebenkosten, Kaution (meist drei Monatsmieten) und gegebenenfalls Ablöse für die Ausstattung. Der Mietvertrag ist Gewerbemietrecht — hier gelten andere Regeln als bei der Wohnung, und die Laufzeit bindet dich oft auf Jahre. Genau deshalb lohnt vor der Unterschrift die ehrliche Gegenrechnung: Ein ganzer Salon ist Fixkosten ab Tag eins — ein gemieteter Stuhl ist derselbe Beruf ohne das Risiko.
Wo du Friseursalons zum Mieten findest
- Gewerbe-Immobilienportale. Die großen Immobilienbörsen führen eigene Gewerbe-Kategorien — dort nach „Ladenfläche" oder direkt „Friseursalon" suchen. Vorteil: geprüfte Anbieter, echte Exposés. Nachteil: Salons sind oft als neutrale Ladenflächen gelistet, die Einrichtung ist dann dein Thema.
- Kleinanzeigen-Portale. Hier inserieren Inhaber, die ihren laufenden Salon abgeben — häufig mit kompletter Einrichtung, manchmal mit Kundenstamm. Die Qualität schwankt stark: immer besichtigen, nie nach Fotos entscheiden.
- Nachfolgebörsen. Unternehmensnachfolge-Portale wie die bundesweite Börse nexxt-change listen Salons, deren Inhaber altersbedingt abgeben — oft die besten Deals, weil dem Verkäufer die Weiterführung wichtiger ist als der letzte Euro.
- Handwerkskammer und Innung. Viele Kammern vermitteln Betriebsübergaben direkt und kostenlos — ein Anruf genügt, und du bekommst Angebote, die nie öffentlich inseriert werden.
- Der direkte Weg. Der Salon in deiner Straße, dessen Inhaberin auf die Rente zugeht? Fragen kostet nichts. Ein erstaunlicher Teil aller Übergaben läuft genau so.
Was ein Friseursalon an Miete kostet
Gewerbemiete wird pro Quadratmeter kalkuliert, und die Lage macht den Unterschied — die Spannen sind gewaltig:
| Lage | Kaltmiete (typische Spanne) | Beispiel: 80-m²-Salon |
|---|---|---|
| Kleinstadt / Randlage | 8–14 €/m² | 650–1.100 € |
| Mittelstadt / Stadtteillage | 12–20 €/m² | 950–1.600 € |
| Großstadt / Lauflage | 18–35 €/m² | 1.450–2.800 € |
Dazu kommen Nebenkosten (Wasser zählt im Salon spürbar), Kaution — im Gewerbe sind drei Monatsmieten üblich, verhandelt wird bis zu sechs — und bei eingerichteten Salons die Ablösesumme für die vorhandene Ausstattung. Sie ist der Posten mit der größten Spanne und dem meisten Verhandlungsspielraum; wie du sie berechnest, steht im nächsten Abschnitt.
Nicht vergessen: Ein leerer Salon ist erst der Anfang. Ohne funktionierende Auslastung zahlst du die Miete aus der Substanz — genau die Rechnung, an der viele Gründungen im ersten Jahr scheitern.
Ablösesumme Friseursalon: was sie kostet und wie du sie berechnest
Die Ablösesumme ist eine Einmalzahlung an den Vormieter — nicht an den Vermieter — für die Einrichtung, die im Salon stehen bleibt. Bei Gewerberaum gibt es dafür keine gesetzliche Obergrenze: Was in der Wohnungsvermittlung § 4a WoVermittG deckelt, gilt hier nicht. Der Preis ist reine Verhandlungssache, und genau deshalb liegen die Summen so weit auseinander — von symbolisch bis fünfstellig.
Der einzige belastbare Maßstab ist der Zeitwert, nicht der Neupreis. Gebrauchte Saloneinrichtung verliert schnell: Nach rund fünf Jahren sind grob 30 % des ursprünglichen Werts übrig, nach acht bis zehn Jahren ist der Buchwert praktisch aufgebraucht.
| Position | Neupreis (typisch) | Zeitwert nach ~5 Jahren |
|---|---|---|
| Bedienplatz (Stuhl, Spiegel, Konsole) | 600–1.500 € | 180–450 € |
| Waschsäule mit Armatur | 700–1.800 € | 210–540 € |
| Trockenhaube / Klimazon | 300–900 € | 90–270 € |
| Rezeption, Kasse, Warenwirtschaft | 1.500–4.000 € | 450–1.200 € |
| Farbküche, Regale, Beleuchtung | 2.000–6.000 € | 600–1.800 € |
Für einen typischen Salon mit vier bis sechs Plätzen landest du damit bei einer fairen Ablösesumme von etwa 3.000 bis 9.000 € — je nach Zustand und Alter. Alles darüber braucht eine Begründung, die du dir zeigen lässt: Rechnungen, Baujahr, Wartungsnachweise.
Wofür du nicht zahlen solltest
- Kundenstamm oder „Goodwill". Kunden hängen an Menschen, nicht an Räumen — geht die Vorgängerin, geht ein Teil des Kalenders mit. Dafür Geld zu zahlen ergibt nur Sinn, wenn es eine echte Übergabe gibt: gemeinsame Wochen im Salon, persönliche Vorstellung, ein vertragliches Wettbewerbsverbot.
- Fest verbaute Sachen. Was mit dem Umbau Bestandteil des Gebäudes geworden ist, gehört dem Vermieter. Der Vormieter kann es nicht verkaufen.
- Geräte, die ihm nicht gehören. Geleaste oder finanzierte Ausstattung steht oft unter Eigentumsvorbehalt. Vertrag zeigen lassen, sonst zahlst du für etwas, das der Leasinggeber abholt.
Zwei Hebel, die die Summe drücken
Der erste steht meist im alten Mietvertrag: Ist der Vormieter zum Rückbau verpflichtet, kostet ihn das Ausräumen Geld. Dass du die Einrichtung übernimmst, ist dann für ihn ein Vorteil — das gehört auf den Verhandlungstisch.
Der zweite ist das Inventarverzeichnis. Lass dir jede Position einzeln mit Wert auflisten und beide unterschreiben. Das ist nicht nur die Grundlage der Verhandlung: Die Ablöse für Einrichtung ist eine Betriebsausgabe, die du über die Nutzungsdauer abschreibst. Ohne saubere Liste verlierst du die Abschreibung — bei 6.000 € Ablöse ist das echtes Geld.
Hamburg, München, Berlin: die gefragtesten Märkte
- Hamburg ist aktuell der meistgesuchte Markt für Salonmiete — entsprechend knapp sind gute Lagen; Stadtteillagen in Altona, Wandsbek oder Harburg sind realistischer als die Innenstadt.
- München hat die höchsten Quadratmeterpreise — hier lohnt die Nachfolgebörse besonders, weil Übernahmen mit Bestandsmietvertrag oft deutlich unter Neuvermietungsniveau liegen.
- Berlin bietet die größte Spannbreite: von der Neuköllner Ladenfläche bis zum eingerichteten Salon in Charlottenburg — und den lebhaftesten Kleinanzeigen-Markt.
In allen drei Städten gilt: Wer flexibel bei der Lage ist, spart mehr als bei jeder Verhandlung.
Der Gewerbemietvertrag: diese Klauseln entscheiden
Gewerbemietrecht kennt keinen Mieterschutz wie beim Wohnen — was im Vertrag steht, gilt. Prüfe vor allem:
- Laufzeit und Verlängerung: Üblich sind feste Laufzeiten von 5 Jahren, oft mit Verlängerungsoption („5 + 5"). Lang genug für Planungssicherheit, kurz genug, um nicht gefangen zu sein — und immer mit Option statt automatischer Verlängerung.
- Nutzungszweck: Muss „Friseursalon / Betrieb eines Friseurhandwerks" ausdrücklich erlauben — sonst kann schon die Waschanlage zum Problem werden.
- Miethöhe-Entwicklung: Staffelmiete oder Indexmiete? Beides ist verhandelbar; rechne die Steigerungen über die volle Laufzeit durch.
- Konkurrenzschutz: Verbietet dem Vermieter, im selben Haus einen zweiten Salon einzumieten. Die Rechtsprechung gewährt zwar auch ohne Klausel einen gewissen Schutz — aber verlass dich nicht auf Richterrecht, wenn ein Satz im Vertrag Klarheit schafft.
- Rückbau und Übergabe: Wer baut am Ende zurück? Waschplätze und Anschlüsse sind teuer zu entfernen — kläre das vor dem Einbau, nicht beim Auszug.
- Untervermietung: Die Klausel, die später Gold wert ist — sie erlaubt dir, freie Plätze per Stuhlmiete unterzuvermieten und die Fixkosten zu senken.
Für den Stuhlmiete-Teil gibt es unseren kostenlosen Mustervertrag; den Salon-Hauptmietvertrag sollte bei fünfstelligen Jahresmieten ein Fachanwalt oder die Handwerkskammer gegenlesen.
Mieten oder übernehmen?
Die Grenze ist fließend: Viele „Salon zu mieten"-Angebote sind in Wahrheit Übernahmen — Einrichtung, Team und Kundenstamm inklusive. Das kann der schnellste Weg zu vollem Terminkalender sein, bringt aber eigene Regeln mit: Beim Betriebsübergang wandern die Arbeitsverträge automatisch mit, und die Zulassungsfrage (Meisterpflicht!) stellt sich genauso. Beides — Übernahme-Ablauf, Betriebsleiter-Modell und die Wege ohne eigenen Meisterbrief — führt unser Ratgeber Friseursalon eröffnen ohne Meister im Detail aus.
Die ehrliche Alternative: erst ein Stuhl statt ein ganzer Salon
Bevor du für Jahre unterschreibst, stell die beiden Wege nebeneinander:
| Ganzer Salon (Miete) | Ein Stuhl (Stuhlmiete) | |
|---|---|---|
| Fixkosten | 800–3.000 €/Monat + Nebenkosten | 0 € — gezahlt wird pro Tag (~25–75 €) |
| Bindung | meist 5 Jahre Gewerbemietvertrag | tage- bis monatsweise |
| Startkapital | Kaution, Ablöse, Umbau — schnell fünfstellig | keins |
| Risiko bei Flaute | Miete läuft weiter | kein Termin, keine Miete |
Ein ganzer Salon lohnt sich, wenn dein Terminkalender ihn schon heute füllen würde. Wenn nicht, ist die klügere Reihenfolge oft: erst am gemieteten Stuhl den Kundenstamm aufbauen, dann mit vollem Buch mieten oder übernehmen. Was dir am Stuhl unterm Strich bleibt, rechnet der Stuhlmiete-Rechner in 30 Sekunden durch.
Häufige Fragen zum Friseursalon mieten
Was kostet es, einen Friseursalon zu mieten? Je nach Stadt und Lage typischerweise 800 bis 3.000 € Kaltmiete monatlich (60–120 m²), plus Nebenkosten, drei Monatsmieten Kaution und gegebenenfalls Ablöse für die Einrichtung.
Kann ich ohne Meister einen Friseursalon mieten? Mieten ja — betreiben nur mit Eintragung in die Handwerksrolle: eigener Meister, Altgesellenregelung (§ 7b HwO) oder ein angestellter Meister als Betriebsleiter. Ob du die Altgesellenregelung erfüllst, zeigt der Altgesellen-Check in 60 Sekunden.
Was ist eine Ablösesumme — und muss ich sie zahlen? Eine Einmalzahlung an den Vormieter für die übernommene Einrichtung. Bei Gewerberaum gibt es keine gesetzliche Obergrenze, sie ist reine Verhandlungssache. Maßstab ist der Zeitwert der Ausstattung, nicht ihr Neupreis — und ohne Gegenwert gehört sie abgelehnt.
Wie hoch ist eine übliche Ablösesumme für einen Friseursalon? Bei vier bis sechs Plätzen liegt eine faire Summe je nach Alter und Zustand bei etwa 3.000 bis 9.000 €. Rechne sie über den Zeitwert der einzelnen Positionen nach — nach rund fünf Jahren sind grob 30 % des Neupreises übrig. Für Kundenstamm oder fest verbaute Einbauten zahlst du nichts.
Ich suche einen Friseursalon zur Miete in meiner Nähe — wo fange ich an? Gewerbe-Kategorien der Immobilienportale, Kleinanzeigen mit Umkreissuche, die Nachfolgebörse nexxt-change — und ein Anruf bei der Handwerkskammer, die Übergaben oft still vermittelt.
Lohnt sich mieten oder gleich ein Stuhl? Kommt auf deine Auslastung an: Wer heute schon volle Wochen hat, kann den Salon tragen. Wer aufbaut, fährt mit einem Stuhl ohne Fixkosten fast immer besser — und wechselt später mit Kundenstamm.
Freie Plätze statt ganzer Salon? Buzz Hive vermittelt Salonplätze zur Stuhlmiete — tageweise oder fest, mit Vertrag, Zahlung und Beleg in einem. Trag dich auf die Warteliste ein, und wenn wir in deiner Stadt starten, bist du zuerst dran.